Berlebach Pegasus 3-Wege-Neiger, meine beste Wahl.

Seit dem Jahr 2011 bin ich mit dem Berlebach Stativ „UNI 22C“ beim Fotografieren unterwegs und schätze dessen Stabilität ungemein.  Als Teleneiger für die Kamera Canon 1D MK IV mit EF600mm /f4 L IS USM (I) + 1,4 TK (III) oder 2x TK(III) hatte ich, wie viel andere Naturfotografen auch, den beliebten Teleneiger Wimberley Version II eingesetzt.

 

Zufrieden mit den eigenen Aufnahmen ist man selten. Aber wenn ein guter Freund mit der gleichen Kamera-Kombination konstant detailliertere und schärfere Aufnahmen abliefert, dann muss wohl was dran sein an der These, dass man die Resonanzen bei den Aufnahmen mit einem stabilem Fluid Neiger noch weiter vermindern kann.



Was abschreckt ist der relativ hohe Preis für solch einen Fluid Neiger.

Ich habe viel gelesen über Fluid Neiger, auch die positiven Berichte über den neuen, ganz speziellen „Pegasus“ Kugelkopf von Berlebach. Aber ehrlich gesagt, so richtig konnte ich mir das nicht vorstellen, dass der Pegasus die Lösung für mein technisches Problem im bezahlbaren Rahmen sein kann. Ich hatte vorher schon einige schwere Kugelkopfvarianten ausprobiert und bin doch immer wieder zum Wimberley Teleneiger zurückgegangen.



 

Knackpunkt war immer das Problem, die schwere Kamera- Kombination bei der Motivverfolgung vor dem seitlichen Abnicken zu stabilisieren und gleichzeigt eine saubere Nachführung des AF zum Motiv zu ermöglichen. Da hab ich dann mehr Konzentration im Ansitzzelt auf den jeweiligen Kugelkopf gerichtet als zum Fotografieren selbst. Wenn ich aber mit festgestelltem Kugelkopf Aufnahmen von statischen Motiven gemacht habe, so hat die Stabilität des Systems eine sichtbare Verbesserung der Bildschärfe gegenüber dem Wimberley gebracht. Also muss grundsätzlich an der „Stabilitäts These“ was dran sein!

 

Im Juli 2013 hab ich dann den Berlebach Pegasus bestellt. Anfang Juli dann der Anruf des Postoffice, dass ein Paket aus Deutschland zum Abholen bereit steht.

 

Beim Auspacken war ich sichtlich erfreut über die massive, sichtbare Qualität, die ich da in Händen hielt. Das Stativ UNI 22C hatte ich schon auf der Terrasse für Probeaufnahmen bereit gestellt, den neuen Pegasus aufgeschraubt, dann mal den seitlichen Kippmechanismus ausprobiert, die Panorama- Schwenkeinrichtung mal nach links und rechts gedreht und alles wieder verriegelt.

 

Da ich am Objektiv einen Kirk Objektivfuß mit Arca Swiss Anschluss habe, konnte ich meine Kamerakombination in die am Pegasus montierte Schnellkupplung 160 direkt einsetzen und Verriegeln. Die kleine Friktionsschraube leicht angedreht, das große Feststellrad etwas gelöst. Der erste Kameraschwenk verlief absolut ruckelfrei in allen Bewegungen, kein springen und beim loslassen sauber verharrend in der jeweiligen Ausgangsposition.

 

Dann sofort die ersten Testaufnahmen und das direkte Ansehen der Aufnahmen am Bildschirm. Zum Vergleich dieselben Motive noch einmal mit dem Wimberley Teleneiger aufgenommen und dann wieder mit dem Pegasus.

 

Resultat: Mein lieber Mann, da kann ich den Berlebach Leuten nur gratulieren, saubere Arbeit, die Idee mit kippsicherem Kugelkopf hervorragend umgesetzt!

 

Am nächsten Tag dann der erste Einsatz in den Wetlands bei den Limikolen. Da ich immer sehr tiefe Kamerapositionen bevorzuge steht dann das Stativ UNI 22C mit ausgetreckten Beinen voll im Dreck, so dass ich gerade noch an die Schraube der Nivelliereinheit komme. Danach den Pegasus drauf und die Kamera- Kombination mit Winkelsucher.

 

Gerade wenn man von „oben“ arbeitet muss die Kameraführung absolut einfach zu handhaben sein, da darf bei Nachführen nichts ruckeln. Man ist geneigt dann die Friktionsschraube etwas zu lösen um diese Situation zu händeln. Später hab ich das wieder zurück genommen weil auch mit normaler Friktionseinstellung meine Arbeitsweise beim Nachführen der Kamera unproblematisch funktioniert.

 

Einige Tage später, wieder früh morgens vor Sonnenaufgang in den Wetlands. Da laufen einige Stelzenläufer vor mir spazieren, aber die Lichtverhältnisse waren noch lange nicht gut. Bisher war meine unterste Verschlusszeit für sich langsam bewegende Vögel immer bei 1/500 Sek. bei offener Blende an der 1D MKIV mit EF600 /f4 L IS USM (i) + 1,4 TK (III). So war das mit dem Wimberley II.

 

Jetzt wollte ich sehen was mit der Pegasus bei Aufnahmen noch vor Sonnenaufgang im Dämmerungslicht bringt. Die testaufnahmen wurden mit Manuel Kameraeinstellung auf 1/160 Sek bei Offenblende 5,6 + ISO 800 gemacht. Danach auch im Av Modus mit Belichtungszeiten bis runter auf 1/80 Sek bei statischen Motiven.

 

Bei der ersten Ansicht am Kamerabildschirm war ich zufrieden, aber genaueres hab ich dann Zuhause bei der Betrachtung am Bildschirm gesehen. Alle Achtung, die Bildschärfe ist auch bei auch bei diesen Lichtverhältnissen und Verschlusszeiten sehr gut. Und jeder Naturfotograf weiß, wie wichtig das Vertrauen und das Wissen um die Funktion seines eigenen Equipments ist.

 

In den letzten Monaten hat sich die RAW Aufnahmequalität bei mir sichtbar verbessert, was ich dem Einsatz des Berlebach Pegasus zuschreibe. Da ich den Pegasus hauptsächlich auf dem Stativ UNI 22C einsetze, ergibt sich in allen Aufnahmesituationen eine sehr stabile Einheit.

Zu meiner Zufriedenheit trägt auch bei, dass der Pegasus in Verbindung mit meinem leichteren Stativ Gitzo 3541LS ebenfalls eine ausgezeichnete Arbeit verrichtet, sichtbar durch den deutlichen Zugewinn an Bildschärfe.

 

Um es kurz zu machen, ich war bereits nach wenigen Wochen des Pegasus Einsatzes einfach nur begeistert. Eine so deutliche Verbesserung der Aufnahmequalität, bedingt durch die durch die hohe Stabilität bei Uneingeschränkt einfacher und sicherer Handhabung habe ich nicht erwartet. Der Pegasus ist einfach nur empfehlenswert.

 

In den letzten Wochen war ich auch wieder mit meinem Floating Hide im Staudamm unterwegs. Mit dem Wimberley musste ich die Halterplatte umgedreht einsetzen, so dass das Objektiv hängen positioniert war. Die Objektivhöhe konnte ich aber nicht mehr verstellen und das Auf und ab des Objektives war nur sehr begrenzt möglich..

 

Mit dem neuen Pegasus Kopf bin ich auch im Floating Hide jetzt um eine Variante reicher. Durch die ideale 90° Kippeinrichtung kann ich die Kamera mit Objektivachse von 24 cm über Wasserspiegel auf 16 cm über Wasserspiegel absenken. Eine Perspektive, die mir bei den schwimmenden Vögeln ideale Aufnahmebedingungen bringt, mit leicht geöffneter Objektivschelle ist der Schwenk vom Quer- zum Hochformat zusätzlich einfach umzusetzen. Für Vögel am Ufer, die etwas höher postiert sind, benutze ich die Standard Position.

 

Der größte technische Zugewinn in meiner Ausrüstung ist in diesem Jahr der Berlebach 3-Wege Neiger Pegasus, den ich seit einigen Monaten mit großer Zufriedenheit einsetze. In der Relation der Systeme Gimbal Head zum Pegasus finde ich den Preis für den Pegasus voll gerecht fertigt. Mag sein, dass die wesentlich teureren Fluid Neiger noch feinere Arbeit verrichten, aber im Preis – Leistungsverhältnis ist der Pegasus für mich der absolute Gewinner.

 

Anmerkung:

Ich beschreibe hier meine persönlichen Anmerkungen und Erfahrungen mit dem Berlebach 3-Wege Neiger „Pegasus“, die sich auf meine Arbeitsweise und meine Einsatzgebiet beziehen.


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