Vorbereitung für Zeitraffer - Aufnahmen

Zeitraffer gibt es in vielen Varianten, als Beispiel beschreibe ich hier meine Vorplanung und Ausführung. Der Zeitraffer soll den Sonnenaufgang vom höchsten Berg Zyperns, dem Mount Olympos, beinhalten.

 

Da ich als Naturfotograf schon viele Locations für die Vogelfotografie kenne verbinde ich oft meine Fototouren mit der Suche für geeignete Plätze für Zeitraffer Aufnahmen.

 

Um meinen Standort am Berg zu finden, der mir die besten Sichtverhältnisse ermöglich, war ich drei Mal vor Ort bis ich die ersten Aufnahmen gemacht habe.

 Das erste Mal war nach dem Fotografieren, also gegen 11:00 Uhr Ortszeit an dem vorgesehenen Standort, der ca. 90 km entfernt von meinem Zuhause liegt. Durch guten Sichtverhältnisse vom Berg in die Ferne war dieser ideal für den Zeitraffer geeignet.

 

Das zweite Mal suchte ich den Platz gegen 4:00 Uhr am Morgen auf, dem angedachten Startzeitpunkt für den Zeitraffer. Mein Eindruck von dem Platz war da nicht mehr so ideal, weil ich von einer Radarstation im Hintergrund unschönes Fremdlicht in die Szene bekam. Also musste ich den Standort weiter nach unten am Berg verlegen, wo das Fremdlicht offensichtlich kein Auswirkungen mehr auf die Kamera hatte.

 

Beim dritten Anlauf war dann die Kamera dabei und ich machte einige Zeitrafferaufnahmen um diese dann Zuhause in der Nachbearbeitung zu betrachten. Das war gut und wichtig, so fand ich heraus, dass das Fremdlicht auch in den umliegenden Bergen durch die langen Belichtungszeiten aufgenommen wird und in der Nachbearbeitung extra behandelt werden muss.

 

Überlegungen zu Kameraeinstellungen für den Zeitraffer.

 

Da ich im ersten Zeitraffer keine Schwenkbewegung mittels MDKV4 Motordrehkopf und auch ohne Sliderfahrt ausführen werde geht’s um die Kameraeinstellung von der Nacht zum Tage. Es wird also ein Zeitraffer, bei dem ich das Intervall der Kameraauslösungen über meinen externen Auslöser steuere und die "Holy Grail" Funktion von LRTimelapse benötige.

 

Für die automatische Belichtungssteuerung verbinde ich die Canon EOS 5D Mark III mit dem am Blitzschuh aufgesetztem TP-Link WLAN Router, in dem der DDS Server von DslrDashboard installiert ist. Damit wird das lokale WLAN Netz zu meinem Tablet Nexus 7 oder Android Handy aufgebaut.

 

Auf dem Tablet / Handy ist zurzeit die aktuelle DslrDashboard 3.4 Software mit der integrierten LRTimelapse „Holy Grail“ Funktion installiert. Mittels dieser Software wird über die gesamte Aufnahmezeit die Belichtung in der Kamera gesteuert und so an die sich verändernten Lichtverhältnisse automatisch angepasst.  Die erforderlichen Einstellungen werden nach der Auswahl, ob „Sunset“ oder „Sunrise“ direkt vor dem Start der Aufnahmen durchgeführt, dazu kommen wir dann etwas später zurück.

 
Für die Aufnahme plane ich den Einsatz des Canon EF 16-35 f4, um so nocheinmal mit der Brennweitenwahl vor Ort den Blickwinkel und den Aufnahmebereich zu optimieren. Bei Nachtaufnahmen liege ich mit der Canon EOS 5D Mark II bis ISO 2500 im grünen Bereich.

 

Erfahrungsgemäß komme ich bei Nachtaufnahmen mit ISO 2500 und offener Blende f4 bei 12-15 Sekunden Belichtungszeit sehr gute Ergebnisse. Ich rate daher einfach mal jedem vorher schon mit der Kamera auszuprobieren, was geht. Unter Berücksichtigung der 180° Shutter Regel sieht mein geplanter Aufnahmeablauf zunächst wie folgt aus:

 

 

1.  Intervall Gesamt: 25 Sekunden

2. davon Belichtungszeit : max. 15 Sekunden

3. Abspeichern der RAW Files : 1-2 Sekunden (je nach CF Karten, ich benutze schnelle "Kombuterbay 64 GB / 128 GB - 1066x")

4. Weitere Schwarzzeit : ca. 5 Sekunden

5. Zeitraffer – Gesamtdauer : 4h

6. Zeitraffer bei 25 fps ergib 576 Frames = 23 Sekunden Video, wie ihr seht ist ein relativ großer Zeitaufwand erforderlich.

 

  • Zu Beginn der Aufnahmen mache ich 3-4 Einzelaufnahmen um die Einstellungen zu optimieren, wie bei jeder normalen Nachtaufnahme auch.
  • Die ISO Einstellungen begrenze ich auf max ISO 2500 um das Rauschen zu minimieren.
  • Die Blende ist in der Regel bei meinen f4 Objektiven offen, bei f1,4 Objektiven schließe ich auf f2.8 um die Randschärfe zu verbessern.
  • Als minimale Belichtungszeit stelle ich 1:50 sekunde im Programm ein.
  • Nach jeder Probeaufnahme kontrolliere ich das Histogramm um besonders im linken Schwarzbereich nicht anzustoßen.
  • Wenn alles passt kann ich das Programm starten.

Den Aufnahmezyklus starte ich mit dem Kabelauslöser, an dem die Intervallzeit eingestellt ist. Die "Holy Grail" Ablikation in qDSLRDashboard startet selbständig mit der ersten Kamerauauslösung und speichert die RAW Aufnahme und die kleine JPEG Aufnahme ab. Nach der zweiten Intervallauslösung folgt das speichern der Aufnahmen. Jetzt ermittelt qDSLRDashboard einen nurchschnittlichen Helligkeitswert der JPEG Aufnahmen und setzt einen Referenzwert für die weiter Belichtungssteuerung.

 

Da wir Sunrise ausgewählt haben fotografieren wir also von der Nacht in den Tag und so verändert sich der Referenzwert mit zunehemem Licht ins Plus und qDSLRDashboard wird die ISO Einstellungen schrittweise vermindern bis der Wert von ISO 100 erreicht ist. Weitere Abweichungen zum Refernzwert setzen dann die Blenden werte herab, die Blende schließt schrittweise bis zu dem vor eingestellten Wert, z.B. f16. Nachdem die Blende auf dem max. Wert steht wird qDSLRDashboard jetzt die Belichtungszeiten herab setzen bis die minimale Belichtungszeit von 1/50 Sek. erreicht wird.

 

Spätestens wenn die Belichtungszeite sich halbiert haben veringere ich auch die Intervallzeiten der Aufnahmen.Das ist nur möglich wenn man einen programmierbaren externen Auslöser oder auch den MDK Controller für die Intervallsteuerung benutzt.

 

Die Änderung der Intervallzeiten beeinflusst die Belichtungsautomatik über DslrDashboard in keiner Weise. Durch die Verkürzung der Intervallzeit erhöht sich die Anzahl der Aufnahmen und somit wird auch die gesamte Sequenz um einige Sekunden länger. Verwendet man die in Kameras integrierte Intervall Regelung kann man keine Veränderungen durchführen ohne die Kamera kurzfristig aus dem WLAN abzuschalten.

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